Back to top

8. Vorführung beim Haftrichter

Wenn du verhaftet worden bist und dir eine Straftat vorgeworfen wird und die Polizei dich in U-Haft nehmen will, dann mußt du vorher dem Haftrichter vorgeführt werden.
Hier ist es wichtig, eine/n AnwältIn dabeizuhaben. Du hast ein Recht darauf. (Vermittlung über den EA, oder den anwaltlichen Notdienst - die Polizei hat diese Telefonnummer)
Eine Aussage zur Sache wendet keine Untersuchunghaft ab, egal, was du zu den Tatvorwürfen sagst! Der Haftrichter erläßt den Haftbefehl wegen "dringendem Tatverdacht" der auf den Ermittlungen der Polizei beruht - er bezieht sich nicht auf deine Aussagen. Es lohnt sich also nicht, zu versuchen, sich "freizusprechen".
Erläßt der Haftrichter einen Haftbefehl, aber es liegen keine der sog.Haftgründe vor, kann der Haftbefehl außer Vollzug gesetzt werden und du kannst erstmal nach Hause gehen. Das heißt aber nicht, daß die Tatvorwürfe aus der Welt sind.

Die vier sogenannten Haftgründe sind:
Flucht-, Verdunkelungs- oder Wiederholungsgefahr und besonders schwere Tatvorwürfe (Mord, Totschlag und § 129a). Sagen solltest du nur etwas zur Fluchtgefahr - d.h. du kannst auf deinen festen Wohnsitz, eine Arbeit oder/und andere feste Bindungen, wie z.B. Kinder, langjährige/n FreundIn ect. verweisen. Das Problem hierbei ist, daß Namen genannt werden. Darüber mußt du dir im Klaren sein, also aufpassen und am Besten schon vorher mit den Betroffenen reden.